Heimat- und Geschichtsverein Nideggen e.V. von 1988





Ambiorix, der große Sohn unserer Heimat

Als ein besonderes Zeichen für die mittelalterliche Geschichte des Rheinlandes und der Eifel gilt die Burg Nideggen, in deren Schatten sich das gleichnamige Städtchen Nideggen entwickelt und in wunderbarer Weise so erhalten hat, dass es heute als ein schmuckes historisches Kleinod weit über die Grenzen unserer Region bekannt ist.

1313 erhielt dieser kleine Flecken durch Graf Gerhard die Stadtrechte, dies ist nunmehr 700 Jahre her.

Aber die kleine Stadt ist natürlich viel älter als 700 Jahre, denn schon vor den Germanen war das Gebiet um Nideggen sehr stark bevölkert. Es lebte hier der keltische Stamm der Eburonen. Somit dürfte Nideggen weit über 2000 Jahre alt und eine der ältesten Städte in Deutschland sein.

Die Geschichte kennt die keltische Festung „Aduatuca“ im Badewald, welche u.a. von den Heimatforschern Pfarrer Andreas Pohl aus Blens, Heinrich Fischer Nideggen-Berg untersucht wurde. Diese gelangten zu der Ansicht, dass im Großraum Nideggen einst die von Cäsar beschriebene gewaltige Schlacht der Kelten mit den Römern stattgefunden hat.

Angeführt wurde dieses Volk von ihrem Keltenfürsten Ambiorix. Nun darf man nicht in dem Glauben verfallen, dass bei uns im Wald nur ein paar Leute wild wohnten. Die Eburonen waren ein ausgesprochenes gebildetes und technisch hoch entwickeltes Volk, sie waren nicht nur gewiefte Geschäftsleute, sondern auch geschickte Handwerker. Den Kunstsinn der Kelten zeigen die Verzierungen, die viele archäologische Fundstücke aufweisen.


Leider wurde die Bevölkerung, sowie fast die gesamte damals bekannte Welt, von dem „Römischen Weltreich“ beherrscht, unterdrückt und mußte entsprechend Steuern an die Römer zahlen. Sie litten stark unter der römischen Vorherrschaft. So beschloß der Keltenfürst Ambiorix die Freiheit für sein Volk wieder herzustellen, dazu musste in einem Kampf (Krieg), das „Römische Heer“ besiegt werden.

Im Jahr 54 vor Chr., vor rund 2100 Jahren, lehnte sich das Volk der Eburonen unter ihrem Fürsten Ambiorix gegen die römische Fremdherrschaft auf und lockte die Soldaten eines Römerlagers in einen Hinterhalt. Der Kampf soll mehrere Tage angedauert haben. Es kamen rund „10.000“ römische Elitesoldaten ums Leben. Die Zahl der Kämpfer, Verletzten und Toten auf eburonischer Seite ist nicht bekannt.

Die Kampfestaktik des Ambiorix war für den Cheruskerfürsten Arminius Vorbild für seinen Kampf ca. 60 Jahre später gegen das Römische Heer unter Varus.

Noch heute sieht man an den Hängen vom Badewald und Kühlenbusch der zum Rurtal führenden Täler, Wälle und Gräben, die von den Kelten zu Verteidigungszwecken angelegt waren. Hier und auf der gegenüberliegenden Seite der Rur bei Blens und Abenden vermuten Forscher den Ort der Schlacht, wo Ambiorix mit einer Kriegslist die Römer bezwang.

Ambiorix der mit seinen Kämpfern den Römern die Stirn bot, ist somit der für die Region der Eifel geltende „Freiheitsheld“. Neben unserem „starken Helmes„ (Graf Wilhelm) muß man ihn als großen Sohn unserer Heimat ansehen.

Unsere Gedenken an ihn mögen im Nideggener Land, gerade jetzt zur 700 Jahrfeier, wieder neu aufleben.

Heinz Bücker
Heimat- und Geschichtsverein
Nideggen e.V.


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