Heimat- und Geschichtsverein Nideggen e.V.





Aus der Hausapotheke



Auf dem Dachboden eines uralten Hauses fand sich ein Rezeptbuch

aus dem Jahre 1660.

Foto: Archiv

4 Rezepte sollen hier in alter Schreibweise wiedergegeben werden:

Einem Kindlein ist etwas in die Augen gekommen:

Man nehme: aus drei unbebrüteten Eiern das Eiweis, ein Löffel voll jungem Honig, ein kleines Maß und Stücklein Safran. Diese drei Theile rühre durcheinander, mache sie auf den Kohlen warm und streiche alles mit einer kleinen, sauberen Feder in das Auge, wo das Augenfell ist. Oftmahls wiederholen.

Gegen das Fieber:

Man nehme: ein halbes Lot Pfeffer, 6 bis 7 an der Luft getrocknete Nelken, Lorbeerblätter 4 Stück ohne Stiel, eine Messerspitze Saffran. Alles wird wohl durcheinandergerührt, in ein Viertel Maß guten Wein ein Tag stehen lassen und wenn man merkt, daß das Fieber kommen will, rühre den Bräu durcheinander und wird eingenommen darauf. Es folget ein Spaziergang und wenn man matt werden sollte, darf man sich setzen oder schlaffen legen.

Gegen das kalte Fieber:

Nimm ein Löffel Mausdreck und für ein Kreuzer guten Branntwein in ein Glas. Den Mausdreck mit dem Finger zerreiben, wenn es vorher in Branntwein ein wenig gelegen hat und geweicht, so muss es eingenommen werden, wenn das Fieber kommen will. Wenigstens eine Stunde darf man nach gehabter Hitze nichts trinken.

Gegen das Zahn- oder Kopfweh:

Nimm vom weißen römischen Kohl die Wurzel, schabe sie sauber, schneide sie klein, zerstoße oder zerknirsche sie klein in einen Würfel, drücke sie oder winde sie durch ein sauberes Tüchlein, wische heraus ungefehr eine Nußschale voll, schnupfe ihn in die Nase.

Es zieht alle Feuchtigkeit aus dem Kopf, aber lege den Kopf in die Hände. Es verursacht Schläge und so vertreibt es alle Schmerzen.














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