Heimat- und Geschichtsverein Nideggen e.V. von 1988





Der Feuermann im Seeches

An der Chaussee von Berg nach Nideggen, genau auf der Gemeindegrenze stand vor langer Zeit ein Siechenhaus.

Dort wurden die mit einer ansteckenden Krankheit behafteten Menschen untergebracht. Da sich hier allerhand Gesindel aufhielt, Schandtaten, Verbrechen, ja sogar gemordet wurde, gab man das Siechenhaus 1712 auf. Die Stelle, an dem das Siechenhaus gestanden hatte, geriet bald in Verruf, da es da spuken sollte. Des Abends ging kein Mensch mehr alleine von Berg nach Nideggen, geschweige von Nideggen nach Berg.


Blick von Berg, Foto: Archiv

An einem windigen Herbstabend kam ich mit weiteren zwei jungen Männern von Nideggen nach Berg. Wie wir uns der besagten Stelle näherten überkam uns ein grausiges Gefühl und wir wollten schon umkehren. Doch der Mannesstolz ließ es nicht zu, so gingen wir mit mulmigem Gefühl im Magen weiter. Auf einmal blieben wir wie angewurzelt stehen, nicht weit von uns im Dornengestrüpp, erblickten wir einen glühenden Mann. Je nachdem wie stark der Wind blies stoben die Funken in allen Himmelsrichtungen. Mir standen die Haare zu Berge, über meinen Rücken lief ein kalter Schauer, die Knie schlotterten. Meinen Kumpels erging es nicht anders. Der Mutigste von uns erklärte sich bereit, den glühenden Mann aus der Nähe anzusehen. Ganz langsam ging er auf ihn zu, währenddessen der Wind weiter mit den Funken spielte.

Leyfels im Herbst, Foto: Archiv

Wie groß war unsere Erleichterung als wir feststellten, dass lediglich ein Baumstumpf in der restlichen Glut verglühte, welcher von Holzfällern angezündet wurde. Doch schnell verließen wir die unheimliche Stätte und waren froh, dass wir nichts anderem begegnet waren.

Margot Klinke
Heimat- und Geschichtsverein
Nideggen e.V.

Quelle: Archiv-HGVN



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