Heimat- und Geschichtsverein Nideggen e.V. von 1988





Der Nideggener Eierwecken a`la 1703

Dem Archiv der Stadt Nideggen (Band 17 Bl. 76 ff) entnehmen wir, dass im Jahre 1703 zwei Bäcker in Nideggen ansässig waren. Sie hießen: Werner Fischer und Johannes Everhardt Macherey und es ist sehr wahrscheinlich, dass sie die (von mir beschriebene) Backstube in der Stadtmauer benutzt haben.

Es ist weiterhin überliefert, dass zu dieser Zeit eine Brotspezialität in Nideggen vertrieben wurde, die sich „Eierwecken“ nannte. Das Rezept ist auch überliefert:

Man nehme: 33 Lot Mehl (500 gr.), 3 Lot Hefe (40 gr.), einen kleinen Krug Milch (1/4 l),5 Unzen ungesäuerte Butter (125 gr.), 2 Löffel Zucker, 2 unbebrütete Eier, eine Handvoll Rosinen und eine Prise Kardamom.


Foto: H.-J. Groß

Das Mehl in eine Kump geben, in der Mitte eine Mulde drücken und die in lappigwarmer Milch gelöste Hefe dort hineingeben, mit etwas reinem Mehl vermischen und zwei Sanduhren (10 – 15 min.) lang bedeckt am geheizten Ofen gehen lassen. Butter in restlicher Milch leicht erwärmt auflösen und zum Teig geben; Rosinen, Kardamom und die Eier ebenfalls in den Teig geben, ordentlich kneten und wieder gehen lassen, bis der Teig doppelt so groß geworden ist. Ruhezeit insgesamt etwa eine Hl. Messe (1 Std.) lang. Mit sauberer Hand kleine Portionen formen und auf das Backblech geben. In den am Tage vorher mit Buchenholz (!) angeheizten Backofen schieben und bei ordentlich Hitze (180 Grad) 3 Sanduhren lang (ca. 25 min.) ausbacken.

Fertig. Guten Appetit!

Margot Groß
Heimat- und Geschichtsverein
Nideggen e.V.

Quelle: Forum Jülicher Geschichte


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