Heimat- und Geschichtsverein Nideggen e.V. von 1988





Der Starke Helmes

Jetzt, wo alle sich nach dem Frühjahr sehnen, möchte ich noch eine Wintergeschichte erzählen. Angelehnt nach einer Erzählung vom Autor Paul Weitershagen.

In stürmischen Winternächten, so erzählt man sich, geht im Rurtal der „Starke Helmes“ um. Viele sagen, es sei die verwunschene Seele des wilden Grafen von Jülich, die keine Ruhe findet. Der Graf hat zu seinen Lebzeiten so viel Schlimmes getrieben, dass Gott in verdammte, auf „Ewig“ zu wandern. Als er noch auf der stolzen Burg von Nideggen hauste, war ihm keine Last zu schwer, kein Tor, keine Türe groß genug und kein Abenteuer zu gefährlich.

Blick vom Kuhkopf Richtung Bergstein, Archivfoto

In der Kirche von Nideggen wurde vor mehr als 100 Jahren ein Grab verlegt, hier barg man Knochen, diese waren so gewaltig und stark, wie sonst selten ein Mensch hatte. Es muss wohl das Grab des Grafen gewesen sein.

An kalten Wintertagen, sobald es dämmerte, sputeten sich die Kinder, von der Straße zu kommen, auch die Erwachsenen hatten es sehr eilig vor dem „Sturm“ im Hause zu sein, denn es war nicht gut, dem „Geist“ zu begegnen.

Heute fährt er nur noch stürmisch durch die Wälder und über die Felsen, peitscht das Wasser in Flüssen und Bächen hoch und reißt und rüttelt an den Ruinen der Burg Nideggen. Er fegt über die Felder und lässt selbst die alten Kirchen nicht ungeschoren, so meinte man öfters ein „Ping, Ping“ des Geläutes zu vernehmen.

Doch seine Gewalt und Kraft wird von Jahr zu Jahr schwächer, mit der Zeit wird wohl nur noch ein säuselnder Sommerwind übrig bleiben und irgendwann wird man ihn vergessen haben.

Margot Klinke
Heimat- und Geschichtsverein
Nideggen e.V.


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