Heimat- und Geschichtsverein Nideggen e.V. von 1988





Der Sürthgen-Musel

Heute erzähle ich eine Geschichte des Schlosses und von der Herzogstadt Nideggen. Angelehnt nach einer Erzählung von Franz Aschenbroich, einem Geschichts- und Heimatforscher, der schon sehr jung, mit nicht ganz 26 Jahren verstarb.

Von der Bergsteiner Kirche nach Zerkall ging ein Fußpfad das Sürthgen genannt, an den sich folgende Sage anknüpft: “Kaiser Karl V. bekriegte um 1542 den Herzog von Jülich und einer seiner Truppen Soldaten lagerten in Bergstein. Mit allen Tricks versuchten sie die damals noch befestigte Herzogstadt einzunehmen. Der Anführer der Truppe wollte mit einer Kriegslist die Stadt erobern. Er zog sich einen zotteligen Hundspelz über und schlich sich in dieser Verkleidung an die Stadt heran, wohlmeinend die Wachen somit zu täuschen. Seinen zurückgebliebenen Truppen hatte er befohlen, auf ein bestimmtes Zeichen von ihm zu achten. Würde er eine Gelegenheit für einen Überfall erspähen, so sollten sie zu ihm eilen, sollte er aber gefangen oder gar getötet werden, - im letzteren Falle, hatte er fluchend geschworen, - wolle und werde er Jahrhunderte lang der Schrecken der Gegend sein. So kam es dann auch, er wurde vom Graziasturm aus erschossen.

Foto: Archiv

Nun musste er jede Nacht den Weg von Bergstein durch das Sürthgen bis Nideggen und denselben Weg wieder zurück, stöhnend und ächzend in der Gestalt eines Hundes zurücklegen. Seine boshafte Natur gibt er zu erkennen, indem er den Leuten, denen er begegnete, zwischen die Beine läuft, sie eine Strecke mit fortträgt und sie dann unsanft abwirft oder sonstigen Schabernack mit ihnen treibt, besser war es, ihm nicht zu begegnen. Er wird Sürthgens-Musel genannt, das heißt Hund, der von Sürthgen herkommt.“

Margot Klinke
Heimat- und Geschichtsverein
Nideggen e.V.



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