Heimat- und Geschichtsverein Nideggen e.V. von 1988





Der wilde Jäger

Auf Burg Nideggen lebte einst ein mächtiger Graf, der ein großer Jäger war. Er hielt zu diesem Zwecke 200 Hunde, für die jeden Tag eine Kuh geschlachtet wurde, um sie mit dem Fleische zu füttern.

Die Hunde waren so dressiert, dass sie bei der Jagd in einer langen Reihe liefen, wodurch dieser Hetze kaum ein Wild entging.

Dabei wurden alle seine Untertanen aufgeboten, um mit tätig bei der Jagd zu sein, mochte auch sonstige drängende Arbeit im Felde oder zu Hause ihrer harren. Für dieses schreiende Unrecht wurde der Graf nach seinem Tode hart bestraft. Er fand im Grabe keine Ruhe und musste des Nachts als wilder Jäger mit seinen Hunden jagen und oft hat man ihn im Rather Felde gehört.


Foto: H.-J. Groß

Als eines Abends spät ein Rather von Nideggen kam und bis in die Nähe der Rather Maar gelangt war, hörte er auf einmal den wilden Jäger rufen: „Horrido“! Laut bellende Hunde, große und kleine, hörte man und Peitschenknall erscholl dazwischen. Es war ein Gebelle und ein Getöse, dass es dem erschrockenen Manne kalt über den Rücken lief.

Um sich zu schützen, ließ er sich auf die Erde fallen und gleich darauf setzte alles stürmisch über ihn her. Er fühlte deutlich ein Getrippel und dann war alles vorbei, das Getöse wurde leiser und verstummte endlich in der Ferne. Ungefährdet ging der Wanderer, froh, überlebt zu haben, jetzt seinem Heime zu.

Und die Moral von der Geschicht’: Geisterhunde beißen nicht und sind pflegeleicht.

Margot Klinke
Heimat- und Geschichtsverein
Nideggen e.V.

Quelle: Mündliche Überlieferung


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