Heimat- und Geschichtsverein Nideggen e.V. von 1988





Die Ermordung des Berger Pastors am 09.06.1729

Nach dem Tod von Johann von Virnich, welcher Priester in Berg vor Nideggen von 1673 bis1705 war, stritt man heftig um seinen Nachfolger.

Die Herrn von Vlatten und Büllesheim, welche das Ernennungsrecht hatten, konnten sich nicht auf einen Nachfolger einigen. Somit blieb die Pfarrei St. Clemens von Berg über ein Jahr ohne Pfarrer. Letztlich wurde gegen den Willen des Vlattener Herrn, am 29.01.1706 Andreas Nierfeld als Pfarrer eingesetzt. Diese Niederlage verletzte den Vlattener zutiefst und der sann sein Leben lang auf Rache.

Pfarrer Nierfeld war wohl von eigener Art. Er lies sich nicht gerne etwas sagen und versuchte seine Rechte immer durchzusetzen. So stritt er mit dem Rektor von Pissenheim (der Ortsname Pissenheim wurde am 19.11.1919 in Muldenau geändert) vor dem Kölner Offizial, da dieser gegen seinen Willen in Pissenheim die letzte Ölung spendete. Nach seiner Meinung durfte nur er dies dort tun. Ein Dorn im Auge war ihm auch, dass die Pissenheimer seine Christenlehre in Berg nicht aufsuchten, sondern der Priester in Pissenheim selber eine Christenlehr-Andacht abhielt. Dies stand dem Pissenheimer Priester jedoch nicht zu.

Einer seiner weiteren Leidenschaften war die Jagd. Hierbei nahm er es mit den Jagdgrenzen wohl nicht so genau und jagte offensichtlich auch gerne in fremden Revieren. So zog es ihn auch des Öfteren ins Jagdrevier der Herrn von Vlatten. Dort wurde er eines Tages schlafend von den Jägern des Freiherrn von Vlatten mit Flinte und Jägerkleidung erwischt. Man ließ ihn schlafen und meldet den Vorgang natürlich dem Dienstherrn.


Haus Vlatten, Foto: Heinz Bücker

Eine gewisse Zeit später wurde der Pfarrer von Berg auf die Burg nach Vlatten zu einem Glas Wein eingeladen. Gerne nahm der große und kräftige Priester diese Einladung an. Nach einigen Gläschen merkte der Berger Priester, dass sein Gastgeber wohl Streit mit ihm suchte. Der Vlattener rief seine Jäger zusammen. Diese sagten erneut aus, dass der Berger Priester im Jagdrevier vom Vlatten gewildert habe. Daraufhin erteilte der Herr von Vlatten die Anweisung, den Priester umzubringen, jedoch so, dass keiner den Mord feststellen konnte. Es musste nach einem natürlichen Tot aussehen.

Nach getaner Arbeit legte man den Priester, der sich zuerst heftig wehrte, jedoch gegen die Überzahl nicht ankam im Garten nieder. Man schickte einen Boten nach Berg, der die traurige Meldung vom plötzlichen Tod übermittelte. Er teilte den Bergern mit, dass ihr über alles geliebter Pastor im Garten von Vlatten plötzlich an einem Schlaganfall gestorben sei. Man solle ihn doch bitte abholen. Daraufhin holte man ihn mit einem Pferdefuhrwerk ab.

In Berg glaubt jedoch niemand an einen natürlichen Tod, man konnte jedoch das Gegenteil nicht beweisen.

Heinz Bücker
Heimat- und Geschichtsverein
Nideggen e.V.



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