Heimat- und Geschichtsverein Nideggen e.V. von 1988





Die Glocken unserer Pfarrkirche

Wie oft schon haben wir das Läuten der Glocken vom Kirchturm gehört, heute wollen wir der Sache einmal auf den Grund gehen und besuchen die Glockenstube.

Wir finden insgesamt fünf Glocken vor. Leider sind die ursprünglichen nicht mehr erhalten; im Jahre 1637 wurde der Turm vom Blitz getroffen, zerstört und die Glocken zerbrachen beim Hinunterstürzen.

1696 goss Christoph von Trier zwei Glocken, 800 kg und 358 kg schwer mit den Namen „Jungfrau Maria“ und „Der liebenswürdigste Name Jesu“. Auch diese Glocken sind vergangen.

Das heutige Geläut besteht aus drei historischen Grundglocken, deren größte auch die älteste ist. Diese datiert aus dem Jahre 1718 –umgegossen 1818- hat einen Durchmesser von 1,27m, ein Gewicht von 1345 kg und den Schlagton es. Sie heißt „Jesus und Maria“ und wurde von Edmund Fabri aus Koblenz gegossen, wie die lateinische Umschrift neben den Verzierungen uns berichtet.


Foto: Hans-Joachim Groß

Daneben gibt es zwei Glocken von 1840 „Johannes Baptist“, 944 kg schwer bei einem Durchmesser von 1,15m und dem Schlagton f und „Jesus, Maria, Joseph und Matthias“ ,478 kg schwer, Durchmesser 0,97m, Schlagton g. Beide wurden von Franz Christian Zimmermann-Roth aus Köln gegossen und überlebten trotz Ablieferung den 2. Weltkrieg auf wundersame Weise. Sie wurden lt. Umschrift von neun Nideggener Bürgern gestiftet. Es gab noch eine weitere, sehr viel kleinere Glocke, die aber den Krieg nicht überstand. Auch die aus Berg ausgeliehene Glocke wurde schwer beschädigt.

Nach dem Krieg wurde in der Glockenstube auf einer Betondecke ein neuer Stahlglockenstuhl errichtet und die drei zurückgekehrten Glocken darin aufgehängt. Ein Jahr nach der Weihe der Kirche wurden 1958 zwei kleine Glocken der Gießerei Otto aus Hemelingen angeschafft, die den vorhandenen Bestand ergänzen: „Immaculata“, 400 kg schwer, 85,6 cm Durchmesser, Schlagton b und „Erlöser“, 280 kg schwer, 75,5 cm Durchmesser, Schlagton c.

Eingestimmt ist das Geläut auf das Motiv „Salve regina“ und arbeitet vollautomatisch.

Margot Klinke
Heimat- und Geschichtsverein
Nideggen e.V.

Quelle: Jan Hendrik Stens


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