Heimat- und Geschichtsverein Nideggen e.V. von 1988





Die Sieben Fußfälle

Beim Rundgang durch Abenden bemerken wir an der Kreuzung Palanderstr. / Berrefeldweg an dem Eckhaus ein Wegekreuz.


Foto: H.-J. Groß

Was erzählt uns dieses Kreuz?

Es ist Teil einer Gruppe von insgesamt sieben Wegekreuzen, an denen in so genannten “Fußfällen“ jeweils einer Station des Leidensweges Christi gedacht wurde.

Dieser sehr alte Brauch ist eine der ältesten Formen des Kreuzweges, der von Jerusalempilgern im späten Mittelalter ins Rheinland gebracht wurde und diente der Anteilnahme der Dorfgemeinschaft eines Kranken oder Sterbenden, die meist noch daheim im stillen Kämmerlein daniederlagen.

Es war üblich, dass die Angehörigen eines Sterbenden möglichst sieben Kinder zu den sieben Kreuzen schickten, um dort zu beten und vor den Kreuzen mit beiden Knien den Boden zu berühren. Man betete mehrere Vaterunser mit dem Zusatz: „Herr, gib dem Kranken, was ihm dient“, oder man betete den „Schmerzhaften Rosenkranz“ oder Gebete zu den sieben Schmerzen Mariens. Nach dem Bittgang gab es für die Beter als verdienten Lohn Kaffee und Kuchen. Aber die „Sieben Fußfälle“ waren nicht nur ein Totengebet, besonders an Feiertagen in der Fastenzeit wurden sie brauchtumshaft als Form des Gemeinschaftsbetens durchgeführt.

Unser Kreuz wurde von Erich Frings in der Schmiedewerkstatt von Johann Riem angefertigt.



Margot Klinke
Heimat- und Geschichtsverein
Nideggen e.V.

Quelle: Volksmund


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