Heimat- und Geschichtsverein Nideggen e.V. von 1988





Exkursion durch das obere Neffelbachtal

Unter dem Thema „Durch heimatliches Land„ fand am Mittwoch, dem 9. April 2014, die zweite Exkursion des HGVN Nideggen im oberen Neffelbachtal statt.

Bei angenehmen Temperaturen und Sonnenschein nahmen 34 Personen, darunter auch etliche Gäste, an der Führung, die am Gelände des Wasserzweckverbandes Gödersheim Nähe der Landstraße zwischen Berg und Wollersheim begann, teil.

Nach der Begrüßung und den einführenden Worten von Heinz Bücker zum Ursprung des Neffelbaches führte Werkmeister Peter Bönsch durch die einzelnen Stationen der Wasseraufbereitung und erklärte den Besuchern die einzelnen Abläufe von der Oberflächen- und Tiefenwasserabnahme, der Aufbereitung (Chlorzugabe u.a.) in Embken, des Wassertransports zurück nach Gödersheim. Die Versorgung für unser Gebiet erfolgt über den Hochbehälter in Berg und die Verteilung für Berg, Nideggen, Rath Abenden, Leversbach, Embken,Wollersheim, Bürvenich, Füssenich, Froitzheim, Teile der Gemeinden Vettweiß, Nörvenich und Merzenich. Einzelne Fragen konnte er klärend beantworten, wenn auch festzustellen ist, dass die hohe Wasserentnahme für die benachbarten Mühlen durch das niedrige Wasser des Neffelbaches problematisch ist.

Auf dem Feldweg zur ersten Mühle am Neffelbach, der Gödersheimer Mühle, einer ehemaligen Getreidemühle zur Gemarkung Wollersheim gehörend, konnte man die Rinderherde der rotbunten Hinterwälder mit Jungtieren des Mühlenbesitzers Dr. Helmut Waldmann bewundern.


Blick auf die Gödersheime Mühle und der Hinterwäler Viehherde. Foto: Archiv

Die restaurierten alten Gebäude des Hofes, einschließlich des Plumpsklos, des alten Backhauses, sowie einige Innenräume durften besichtigt werden. Zur Mühlengeschichte konnte Dr. Waldmann über die Frankenzeit, den Mühlenstreit, den Bau der Burg Gödersheim im 15. Jahrhundert zum Schutze der Mühle, deren Aufgabe, den Wiederaufbau der Mühle bis zum heutigen Stand den Zuhörern Interessantes vermitteln.

Der Weg entlang des Neffelbach mit den Abzweigungen der Mühlenbäche führte an der ehemaligen Baurs Ölmühlein der Gemarkung Embken, wo früher Raps gemahlen wurde, vorbei zur Rentmühle, wiederum zu Wollersheim gehörend. Diese Getreidemühle, seit Generationen im Besitz der Familie Reuter, heute Reifenhändler, ist noch komplett erhalten. Leider waren die Mühlenräume wegen Lagerhaltung zurzeit nicht zu besichtigen.

Der jetzige Besitzer Karl Friedrich Reuter erklärte den Mahlvorgang anhand von etlichen Fotografien und Dokumentationen und erklärte uns Historisches von der Wollersheimer Herrschaft mit dem Klosterstift gehörend zu Maria im Kapitol in Köln, was vom Vorsitzenden des Wollersheimer Geschichtsvereinsvorsitzenden Albert Grein noch ausgeführt wurde.


Mühlenbesitzer berichtet zur Historie der Mühle, Foto: Archiv

An der weiteren im Embkener Gebiet liegenden Nicks Getreidemühle mit noch bestehendem Mühlrad und Mahlwerk gelangten die Wanderer zur Endstation des ehemaligen Bahnhofs Embken, der heute mit Grill -und Spielplatz der Erholung dient. Rüstige Ehrenamtler halten diese schöne Anlage einschließlich der Gebäude mit Toiletten in bester Ordnung. Nachdem der Osterhase den Teilnehmern Ostereier hinterlassen hatte, wies Matthias Büchel auf die Bahngeschichte von Reichsbahn über Kreisbahn bis zur Einstellung des Bahnbetriebs 1957 in Embken bedingt durch den Braunkohleabbau im Zülpicher Gebiet hin. Von 1909 bis 1963 bestand die Kleinbahn, auch für den Transport von Gütern (z.B. Zuckerrüben nach Euskirchen) von DN-Distelrath über Merzenich, Nörvenich, Gladbach, Bessenich, Zülpich Stadt, ab 1911 mit Umsteige nach Embken.

In der Nähe des ehemaligen Galgenbergs an der Antoniuskapelle konnte Heinz Bücker Historisches vermitteln, so über den heiligen Antonius von Padua, der um Hilfe angerufen wird, wenn etwas verloren geht, und über Delinquenten auf ihrem letzten Weg zum Galgen.


St. Antonius Kapelle, Foto: Archiv

Mit dem Läuten des Glöckchens an der Kapelle und dem herrlichen Blick über blühendes Gelb der Rapsfelder Richtung Flachland „gen Kölle„ den Dankesworten des HGVN Vorsitzenden Herbert Bohland ging es nach über 3 Stunden und insgesamt 8 km zum Ausgangspunkt Parkplatz des Wasserzweckverbandes zurück.

Matthias Büchel
Heimat- und Geschichtsverein
Nideggen e.V.


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