Heimat- und Geschichtsverein Nideggen e.V. von 1988





Glocken aus Badua

Heute möchte ich von den Glocken aus der versunkenen Stadt „Badua“ erzählen.

Blick von Berg, Foto: Heinz Bücker

Zwischen den Orten Hausen und Berg, Wollersheim und Vlatten dehnt sich ein Wald aus, die „Bad“ (Bade) genannt. An der Stelle des Waldes lag in uralter Zeit die Stadt „Badua“, von der noch zahlreiche Fundamente und andere Baureste zeugen. Nördlich von „Badua“ floss ein großer Strom, der Löffelstrom. Dieser einst große Fluss ist heute nur noch ein kleiner Bach.

Eines Tages am frühen Morgen, pflügte ein Knecht von Hausen an der „Bad“, das Feld seines Herrn. Sein Blick wanderte Richtung Wald und er sah, dass der Boden stark durchwühlt war. Voller Neugier folgte er den Spuren und kam an eine Stelle, wo wohl eine „Sau“, ein Glöcklein freigelegt hatte. Der Knecht nahm die kleine Glocke mit und sie wurde in Hausen, in den Glockenturm gehängt. Viele Jahre nutzte man das Glöcklein als „Totenglöcklein“. Aus den Tönen klangen die Worte „Bad, Bad“ heraus, die die Herkunft des Glöckleins bezeugten.

An einer anderen Stelle im so genannten „Duggendahlt“, fand man noch zwei große Glocken, hier hatte wohl ebenfalls eine „Sau“ den Boden durchwühlt. Eine Glocke fand ihren Platz im Kirchturm von Vlatten, die zweite Glocke fand ihre neue Wirkungsstätte in Wollersheim. Jene Glocken bekunden ihre Herkunft beim Beiern mit den Worten: „Em Duggendahl en Sau mich fang“.

Neue Kirche Wollersheim, Foto: GV-Wollersheim

Andere sagen nicht „Sau“ sondern „Schwein“, da früher die Schweine zur Eichelmast in die „Bad“ getrieben wurden, diese wühlten wohl die Glocken heraus. Das „Hausener Glöcklein“ wurde leider eingeschmolzen und es läuten drei neue Glocken zur jeder Gelegenheit. In Vlatten und Wollersheim dagegen, sollen noch heute diese alten Glocken existieren.

Margot Klinke
Heimat- und Geschichtsverein
Nideggen e. V.


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