Heimat- und Geschichtsverein Nideggen e.V. von 1988





Hühnerdiebe in Berg vor Nideggen

Bis weit in die 60-Jahre war es noch üblich, dass sich auf dem Lande neben der Haupterwerbstätigkeit, eine kleine Viehzucht wie Schweine, Kaninchen, Federvieh oder eine Kuh gehalten wurde. Dies war auch Vonnöten, denn die zu gewissen Festen wie Allerheiligen, Weihnachten, Namenstagen usw. anrückende Verwandtschaft, musste ja entsprechend beköstigt werden.

Einem Arbeiter aus Berg vor Nideggen aber war es nicht vergönnt, von seinen Tieren zu leben, ihm geschah „Schreckliches“. In der Nacht von Samstag auf Sonntag dem 08. Juni 1930, wurde ihm sein gesamter Hühnerbestand, ein Hahn und 10 Hühner, auf brutale Art und Weise gestohlen.


Foto: Margot Klinke

Die Diebe müssen sich mit den örtlichen Verhältnissen gut ausgekannt haben. Sie drangen durch einen eingezäunten Garten, knackten das Schloss der Scheune und verschafften sich so Zugang zu dem ebenfalls abgeschlossen Hof und somit auch zu dem angrenzenden Hühnerstall.

Die Dreistigkeit dieser Diebe war nicht zu überbieten, denn sie hatten sich noch die Zeit genommen, eine Orgie zu veranstalten. Direkt an Ort und Stelle, drehte man den Hühnern sowie dem Hahn, den Hals um, sie wurden sogleich gerupft und ausgenommen. Für den bestohlenen Arbeiter stellte dieser Angriff auf sein Federvieh, einen herben, hohen, finanziellen Verlust dar, ihm blieben nur die Federn, mit denen er vielleicht zwei Kissen füllen konnte.

So war nur zu hoffen, dass den Dieben die Hühnchen zum Teil im Halse stecken geblieben sind. Obwohl der geschädigte Arbeiter umgehend Anzeige erstattete, blieb dieses Verbrechen bis heute ungesühnt.

Margot Klinke
Heimat- und Geschichtsverein
Nideggen e.V.

Quelle: Archiv-HGVN


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