Heimat- und Geschichtsverein Nideggen e.V. von 1988





Historie des Namens Pissenheim

Heute erzähle ich etwas zur Geschichte des Ortsnamens „Muldenau“ vormals „Pissenheim“.

Erstmals anno 770 – also zu fränkischer Zeit – erscheint ein Ort namens „Pisinheimo marcha“ oder 856 „Piscenheim“. Die Herkunft jedoch ist nicht geklärt. Vielleicht kommt er aus dem germanischen bisan=stürmen oder aus dem lateinischen piscina=Fischteich. Möglich wäre auch ein Personenname aus dem Altdeutschen: Bisi, Biso, Bisso, Pisso (Heim des Pisso?). Zweifellos kann der Ort auf eine lange Besiedlung zurückblicken, denn in der Gemarkung „Rude Ead“ hat man Mauerreste aus römischer Zeit und am Grosberg fränkische Plattengräber gefunden.


Foto: Archiv

Im Jahre 1334 wird Pissenheim erstmals in einem Kaufvertrag als Dorf bezeichnet. Die Weinberge an den Südhängen von Bies- und Grosberg gehörten damals zur Abtei Kornelimünster.

Die Pissenheimer, im Volksmund „Pössemer“ genannt, schämten sich ihres Ortsnamens so sehr, dass sie sich einen neuen wünschten. Aber erst nach dem ersten Weltkrieg sollte sich dieser Wunsch erfüllen und so wurde mit Ministerialerlaß vom 19.11.1919 der Ortsname in Muldenau (das Dorf in der Mulde) geändert.


Foto: Hans-Joachim Gross

Der dörfliche Charakter hat sich über die Zeit bis heute erhalten, überwiegend mit all den alten Bauwerken. Im Wesentlichen sind dies die Pfarrkirche St. Barbara von 1447, das barocke Heiligenhäuschen der heiligen Barbara von 1672, das Herrenhaus um 1500 und der renovierte Barbarapütz (Brunnen), der 1559 erstmals erwähnt wurde.

Margot Klinke
Heimat- und Geschichtsverein
Nideggen e.V.



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