Heimat- und Geschichtsverein Nideggen e.V. von 1988





Niedergang der Burg Nideggen (veröffentlicht im Rundblick 30. Juni 2017)

Weithin sichtbar thront die Burg Nideggen als Stammburg der Jülicher Grafen seit Ende des 12. Jahrhunderts auf einem nach drei Seiten steil abfallenden Felsplateau. Anziehungspunkt von Anfang an für nah und fern; war sie doch zu ihrer Zeit wohl die größte aller Festungen im Rheinland und galt als uneinnehmbar.

Von einstiger Pracht zeugt noch heute der rund 2000 Personen fassende Rittersaal, erbaut von Graf Wilhelm II. Anlässlich seiner Erhebung zum Herzog feierte er hier im Jahre 1356 ein bedeutendes Fest und Turnier, zu dem nach Zeitzeugen bis zu 10.000 Edle und Lehnsherren geladen worden sein sollen.

Die Festung widerstand in den folgenden Jahren allen Eroberungsversuchen und diente sogar als Gefängnis für zwei Kölner Erzbischöfe, die monatelang im Verlies schmachteten, ohne befreit werden zu können.

Nideggen sonnte sich im Glanze der Ritter des Johanniterordens und eines Kollegiatstiftes und erhielt 1313 die Stadtrechte.


Burg um 1900

Aber dann ging es bergab mit Glanz und Bedeutung. Mit Aufkommen von Belagerungsgeschützen verloren die steinernen Mauern ihre furchteinflößende Wirkung und so geschah es, dass im Herbst 1542 Burg und Stadt vom kaiserlichen Heer eingenommen wurden und erstmalig seit fast 300 Jahren fremde Soldaten die Mauern schleiften.

Der 30-jährige Krieg (1618-48) tat ein übriges und Burg und Stadt verfielen zur Bedeutungslosigkeit.

Zwei Erdbeben in den Jahren 1755 und 1756 bewirkten die Zerstörung der noch erhaltenen unbewohnbaren Reste.

Erst um 1900 besann man sich der einstigen Größe der Festung und begann mit dem Wiederaufbau, so dass am 26. Mai 1903 ein glänzendes Fest in der aber noch als Ruine erkennbaren Burg gefeiert werden konnte.

Am Ende des 2. Weltkrieges wurden durch Artilleriebeschuss auch diese mühevollen Arbeiten zunichte gemacht; die Burg Nideggen versank erneut in Trümmern; sie wurde bis 1954 in ihrer heutigen Form wiederaufgebaut.

700 Jahre wechselvolle Geschichte.

Margot Groß
Heimat- und Geschichtsverein
Nideggen e.V.

Quelle: Dürener Zeitung vom Mai 1903








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