Heimat- und Geschichtsverein Nideggen e.V. von 1988





Der Martin-Aschenbroich-Weg in Nideggen


Spaziere ich durch die Herzogstadt Nideggen, so fällt oft mein Blick auf die Straßenbezeichnungen (Beschilderung). Des Öfteren treffe ich beim Spaziergang auf den Martin-Aschenbroich-Weg, oder kreuze ihn bei der Autofahrt.

Wer war dieser Martin Aschenbroich, ging es mir oft durch den Kopf, dass man den Weg nach ihm benannte. Neugierig geworden, nahm ich mir vor, den Wegnamen auf den Grund zu gehen. Um so erstaunter war ich, das hier wohl zwei Vornamen fehlen, denn der vollständige Name lautet: Johann Franz Martin Aschenbroich, hier hat man sich sicherlich für den Rufnamen entschieden.

Johann Franz Martin Aschenbroich wurde am 05. September 1841 in Nideggen geboren. Nach Beendigung des Elementarkursus in seiner Vaterstadt wechselte er frühzeitig zum Gymnasium in Düren, wo er stets zu den besten Schülern seiner Klasse zählte. Im Alter von nur 16 Jahren machte er sein Abiturientenexamen und wandte sich dem Baufach zu. Doch das Baufach lag ihm nicht, so beschloss er an der Universität Bonn, sich den Rechtswissenschaften zu widmen. Neben seinem Berufsfach fesselten ihn kunsthistorische und spezialgeschichtliche Studien, denen er in seiner Freizeit ausgiebig nachging. Zur weiteren Ausbildung besuchte er die Universitäten Heidelberg und München, danach trat er nach Vollendung seiner Universitätsstudien Ostern 1863 beim Landgericht Aachen als Auskulator (Rechtsreferendar) ein. Aschenenbroich absolvierte 1864 sein Referendarexamen und war eben im Begriff, sein letztes juristisches Examen abzulegen, als er langwierig erkrankte. Den tödlichen Verlauf konnte die Pflege seiner Eltern und Geschwistern, noch die Wissenschaft der Ärzte, noch das milde Klima der Schweiz und Italiens aufhalten. Am 05. Januar 1867 um die Mittagsstunde, verstarb Martin Aschenbroich im jungen Alter von nicht ganz 26 Jahren. Nichts lag ihm so am Herzen als die Geschichte seiner Vaterstadt Nideggen zu erforschen und den Menschen näher zu bringen. So sah er seine Aufgabe darin aus sehr spärlichen und zerstreuten Unterlagen mit mühsamer und sorgfältiger Arbeit ein Gerippe der Geschichte von Nideggen zu konstruieren. Sein bestreben war das so gewonnene Material in einem Ganzen auszuarbeiten und aufzuschreiben.

Somit gilt bis heute noch sein Werk "Geschichte des Schlosses und der Stadt Nideggen" als das Standardwerk der Geschichte der Stadt Nideggen, welches sich jeder der Interesse an die Stadt und Burg Nideggen hat zur Hand nimmt um sein Wissen zu erweitern.

Leider sind nach Aschenboich keine großen Nachforschungen und schon gar keine Ausgrabungen vorgenommen worden. Dies ist sehr bedauerlich zumal man vermutet, dass bereits vor der Burg der Felssporn besiedelt wurde und die Burg auch eine Vorgängerin hatte. So ruht trotz der fleißigen Arbeit von Martin Aschenbroich, über der Frühgeschichte von Nideggen noch tiefstes Dunkel.

Rundblick Rureifel, 25. März 2011

Margot Klinke
Mitglied des Heimat- und Geschichtsverein
Nideggen e.V.

© Copyright