Heimat- und Geschichtsverein Nideggen e.V. von 1988





Bär's Kreuz


Ein Flurkreuz, auch Weg(e)kreuz genannt ist ein Sinnbild des christlichen Glaubens und zeugt von der Religiosität unserer Vorfahren. Die meisten entstanden schon in den vergangenen Jahrhunderten, und wurden als Zeichen ihres Glaubens errichtet. Einige von ihnen sind an Orten aufgestellt, an denen zuvor entweder ein Unfall, ein Verbrechen oder etwas Unerklärliches geschehen ist. Viele sind auch als Sühnekreuz oder Dankesbezeugung, z.B. Genesung usw. anzusehen. Besonders häufig trifft man sie in katholischen Landstrichen an. Da die Eifel bis heute konfessionell in erster Linie katholisch ausgerichtet ist, trifft man Wegkreuz auch in unserem Stadtgebiet Nideggen, häufig an. Im Stadtteil Berg fallen folgende besonders auf.:

Auf der Landstraße Nideggen-Berg: Auf der Südseite, das Hubertushäuschen. Am Ortseingang: In der Nähe des Fußballplatz das „Fischer´s Kreuz". Im Ort selber: Auf der Ecke Franken-Lagerstraße, das alte Kreuz vom Clemensstock. Auf der höchsten Erhebung von Nideggen-Berg (345,00 m): Der Bilderstock Clemensstock. Landstraße Richtung Thum: Zwei Kreuze. Ortsausgang Berg Richtung Heimbach, an der Badewaldstraße: Das „Bär's Kreuz".

Jeder Bilderstock hat seine eigene, interessante Geschichte. Da ich des öfteren nach der Bezeichnung vom „Bär's Kreuz" (nicht Berger Kreuz!) angesprochen wurde, möchte ich hier die Geschichte von diesem Bilderstock erzählen.

Am Ortsausgang von Berg Richtung Heimbach, Badewaldstraße (Flurbezeichung Langemaar) steht seit Menschengedenken ein Wegkreuz mit der Bezeichung „Bär's Kreuz", welches mehrfach zerstört wurde. So schrieb ein Chronist vor ca. 100 Jahren: „In der Zeit, wo der Sonntag sollte abgeschafft werden und Christenzeichen von den Straßen verschwinden mussten, wurde das Kreuz am Langemaar von wilden Kriegerhorden 1813, und zwar den Kosaken, zerstört."

Als die Zeiten sich wieder beruhigten wollte die Berger Bevölkerung an der Stelle ein neues Kreuz aufstellen, jedoch fehlte hierzu das Geld. Da zu diesem Zeitpunkt das Grab einer wohlhabenden Familie stillgelegt wurde, nahm man kurzerhand das dazugehörige außergewöhnliche Grabkreuz, es handelte sich um eine Kreuzigungsgruppe, und stellte diese an der besagten Stelle auf. Später mauerte man mit Ziegelsteinen eine kleine Kapelle um dieses Kreuz. Der Familienname der seinerzeit Verstorbenen nämlich - "Bär", blieb, da man keine Geld für einen Steinmetz hatte, auf dem Sockel des Kreuzes eingemeißelt. Daher der Name „Bär's Kreuz".

Die Kreuzigungsgruppe wurde im 2. Weltkrieg, also nach weit über 100 Jahren, von einem Panzer überrollt und dabei total zerstört.

Bis weit nach dem 2. Weltkrieg war es in Berg üblich, dass die Kreuze, welche mit der Fronleichnamsprozession aufgesucht wurden, von den in der Nähe wohnenden Anwohnern geschmückt und schön hergerichtet wurden.

Da auch das „Bär's Kreuz" mit der Fronleichnamsprozession aufgesucht wurde, errichteten die Bewohner des Oberdorfes ein neues Kreuz, und da es besonders schön sein sollte, wurde ein neuer Bilderstock erstellt. Dieser behielt bis heute den Namen: „Bär's Kreuz."

Im Innenraum ist an der Stirnseite ist ein größeres Kreuz, und an der rechten Seite ein kleineres Kreuz mit dem Hinweis: „Vielen Dank für Gesundheit und unfallfreies Radfahren" angebracht.

Im Jahr 2000 wurde der Bilderstock von einigen Bewohnern des Oberdorfes (Theo Lüttgen, und Leo Virnich) restauriert und mit einer schmiedeeisernen Tür versehen. Direkt neben dem Bilderstock stellten die „Rüstigen Rentnern" aus Berg, eine sehr schöne Sitzgruppe auf. Von hieraus hat man einen herrlichen Blick in Richtung Siebengebirge und Hohe Acht. Des weiteren steht neben dem Bilderstock ein großer Felsstein mit der Inschrift: „250 Jahre Heimbachpilger Niederzier Anno 2000."

Somit pilgerten die Niederzierer schon im Jahr 1750 an dieser Stelle vorbei nach Heimbach zur „Schmerzensmutter im Walde".

Rundblick Rureifel, 8. April 2011

Heinz Bücker
Heimat und Geschichtsverein
Nideggen e.V.

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