Heimat- und Geschichtsverein Nideggen e.V. von 1988





Bergwerksstollen in Nideggen


Manches nimmt plötzlich einen anderen Verlauf, ja geradezu macht ein Gedanke eine Kehrtwendung oder man sucht und findet etwas ganz anderes als man eigentlich hoffte zu finden. Nun sind wir ja keine Profis sondern ganz einfach Heimatfreunde und Geschichtsfreunde – fast alle Mitglieder im Heimat- und Geschichtsverein Nideggen e.V.

Wir versuchen dem einen oder anderen Geheimnis aus der Vergangenheit auf die Spur zu kommen, bzw. zu lösen.

Sehr interessant ist der Badewald. Mit seinen Gruben, Löchern, langen Gräben, Terrassen Wallanlagen, Fundamente, römischen Ziegelsteinen usw.

Manch einer geht achtlos am Wald vorbei, sieht diesen nur als reinen Nutzwald, der lediglich wirtschaftlich geführt wird. Aber andere wiederum sehen viel mehr. Des Öfteren stehen wir da, sehen uns fragend an und stellen fest; nun haben wir wieder eine Frage mehr, wollten wir nicht eigentlich Antworten finden !.

Wir stießen bei Internet Recherche bezüglich Erzabbau in Nideggen auf den Verein der Freunde des Bergbaues in Graubünden (Schweiz), die in ihrer offiziellen Zeitschrift eine Seite dem Erzabbau im Badewald von Nideggen widmeten. Wissen die in der Schweiz mehr, als ein Nideggener? Plötzlich hieß es; im Nideggener Stadtgebiet gab es auch Bergwerksstollen.

Nun wurde meine Neugierde in diese Richtung gelenkt, wo sollte es in Nideggen gewesen sein? Nach Befragung älterer Nideggener Bürger kam ich der Sache näher, es muß in der Jülicher Straße gewesen sein. Nunmehr wurden Anwohner dieser Straße befragt, hierbei stellte sich folgendes heraus:

Beim Ausbau der Jülicher Straße 1980 stieß man auf verschollene Stollen, die zum Abbau von Eisenerz dienten. Ein Anwohner erzählte mir folgendes: „Ich bin zuerst hinein gekrochen, dann öffnete sich mir der Stollen und ich konnte aufrecht stehen. Nach ca. 5 Meter war der Stollen verschüttet. Ich nahm einen Erzklumpen mit nach Hause.“ Des weiteren erfuhr ich, daß ein Anwohner im Krieg, hier einen Art „Bunker“ in den Fels getrieben haben soll, vermutlich hat er einen bestehenden Stollen ausgebaut.

Ein zwischenzeitlich verstorbener Anwohner war laut Aussage seiner Ehefrau, sehr erbost, daß man diese Stollen, auf die man beim Bau der Straße stieß, keine große Bedeutung schenkte. Die Stollen wurden kurzerhand wieder zugeschüttet.

Anfragen beim Amt für Bergwerk bei der Bezirksregierung Arnsberg, - für die Bearbeitung ist Dortmund zuständig - ergab, daß in dem Bereich der Stadt Nideggen, Bergwerksfelder mit der Bezeichnung: Nideggen I 1866, Nideggen II 1866 und Nideggen III 1866, auf Eisenerz verliehen wurde.

Weiter teilte mir Herr Dipl. Ing. Stefan Mengede, von der Bezirksregierung mit, daß in den dort vorliegenden Unterlagen kein Hinweis auf Bergbautätigkeiten enthalten sei. Nach meinen vielfach persönlich und telefonisch geführten Gesprächen, sowie E-Mails, dürfte folgendes feststehen: Es gab Bergwerksstollen in Nideggen und es wurde Eisenerz gefördert. In diesem Bereich wurde jedoch auch Steinbruch betrieben. Man stieß 1980/81 auf Stollen und schüttet die Eingangslöcher wieder zu. Der Zugangsbereich wurde mit einer großen Mauer versehen.

Heinz Bücker
Heimat und Geschichtsverein
Nideggen e.V.


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