Heimat- und Geschichtsverein Nideggen e.V. von 1988





Marktplatz-Linde in Nideggen


Gerne mache ich meine kleinen Besorgungen zu Fuß durch meinen Wohnort, der Herzogstadt Nideggen. Auf einen dieser Wege wurde ich des Öfteren angesprochen, haben Sie es gehört: „Unsere Linde“ auf dem Marktplatz wird entfernt, einfach abgesägt, krank soll sie sein.

Ja, ich habe es auch gehört, es bereits in der Zeitung gelesen und sehr bedauert. Zu lesen stand, dass die über 100 Jahre alte Linde auf dem Marktplatz gefällt werden muss. Trotz jahrelanger Pflege, ist die Standsicherheit nicht mehr gewährleistet. Gesunde Linden können bis zu 1000 Jahre alt werden.

Nun sollen die Einzelstücke/Äste der Linde versteigert werden, der Erlös ist für eine neue Linde bestimmt. Doch kostet ein neuer Baum ca. 1000 Euro, was die Stadt bei der derzeitigen finanziellen Lage nicht aufbringen kann. So bleibt zu hoffen, dass viele Stücke/Äste ihren Liebhaber finden. Vielleicht sind noch einige Spender in unserer Mitte, deren Wohl es ist, das eine neue Linde ihren Platz an derselben Stelle erhält.

In vielen Orten Mitteleuropas bildeten die Linden das Zentrum des Ortes und waren (sind noch) Treffpunkt für den Nachrichtenaustausch. Anfang Mai wurden Tanzfeste unter der Linde gefeiert und so manche Brautschau abgehalten.

Auch ist die Linde als „Gerichtsbaum“ bzw. „Gerichtslinde“ bekannt, dies blieb aber unserer Marktlinde erspart. Hierfür stand 1360 -An der Thumer Linde-, der Galgen im „Nydecker velde“, der diente zur Vollstreckung der vom Halsgericht gefällten Urteile.




Hoffen wir, dass bald eine neue Stadtlinde uns wieder im Stadtzentrum Schatten spendet, und wir auf der runden Bank unter der Linde, ein Schwätzchen halten können.

Margot Klinke
Heimat- und Geschichtsverein
Nideggen e.V.

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