Heimat- und Geschichtsverein Nideggen e.V. von 1988





Sagen und Geschichten in und um Nideggen

Jede Stadt und Ort hat seine Sagen und Geschichten, insbesondere hier in und um Nideggen ranken sich viele Erzählungen. Diese möchte ich Ihnen wieder näher bringen. Sicher werden Sie die eine oder andere Sage/Geschichte kennen, sie wird vielleicht aus vergangenen Kindertagen wieder in Erinnerung gerufen, manche aber wird für Sie ganz neu sein. Nun habe ich mir vorgenommen in unregelmäßigen Abständen eine Sage oder Geschichte aus dem gesamten Stadtbereich zu erzählen.

Anfangen möchte ich heute mit der Sage:


Das Schicksal eines Grafen von Nideggen.

Die folgende Sage berichtet, wie die Bewohner die im Umkreis des romantischen Städtchens lebten, das Recht erhielten, im Wald an der Mausauel, das Holz zu nutzen.

Auf der Burg zu Nideggen (zurzeit der Sage, ein mächtiges Schloss), lebte einst der gewalttätige Graf Wilhelm, dieser führte ein ruchloses Leben. Lange Jahre hielt er einen Bischof von Köln im dunklen Burgverlies gefangen. Der Graf schreckte auch nicht zurück, seine Gemahlin Alveradis zu Molbach, die sich sehr um das Wohl der Burgbewohner bemühte, in den Kerker zu schmeißen. In seiner blutrünstigen Mordlust ließ er sie eines Tages mit Honig bestreichen. Brutal wurde Alveradis in einen eisernen Käfig eingeschlossen, dieser wurde dann hoch am Jenseitsturm aufgehängt. So sollte sein armes Weib von Bienen und Wespen zu Tode gestochen werden. Nach dieser schrecklichen Tat ritt er nach Köln um seiner Lust zu frönen. Nach seiner Rückkehr hoffte er, die Gemahlin tot vorzufinden.

Kaum hatte sich die Kunde von dieser Schandtat des Grafen verbreitet, strömten in Massen die Frauen herbei, um ihre Wohltäterin aus dieser fürchterlichen, qualvollen Lage zu befreien. Als der Graf gegen Mitternacht sich Nideggen näherte, scheute sein Pferd, stürzte zu Boden, Ross und Reiter fanden hierbei den Tod.

Die Befreier der Gräfin Alveradis, erhielten aus Dankbarkeit den Wald Mausauel auf ewige Zeiten. Der Käfig, in dem die Gräfin qualvoll geschmachtet haben soll, ist heute noch erhalten.

Ich hoffe, Sie waren beim Lesen versunken und freuen sich auf die nächste Sage/Geschichte.

Rundblick Rureifel, 21. Oktober 2011

Margot Klinke
Mitglied des Heimat- und Geschichtsverein
Nideggen e. V.

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