Heimat- und Geschichtsverein Nideggen e.V. von 1988





Das Siechenhaus


Zwischen Nideggen und Berg, an einer Straßenkreuzung lag seinerzeit, bis 1712 ein Siechenhaus. Hier wurden Aussätzige und die mit sonstigen ansteckenden Krankheiten behafteten Menschen untergebracht. Hierzu gibt es folgende mündliche Erzählungen:

Mitten zwischen Nideggen und Berg liegt an der linken Seite der Chaussee ein Wiesengrundstück, das noch heut "em Seechesgaade" heißt. Früher stand an dieser Stelle ein Siechenhaus. Darin hauste schlimmes Gesindel, das abends über den Weg Seile spannte, um vorübergehende Wanderer zu Fall zu bringen, dann sofort über sie herzufallen und sie auszuplündern. Mancher soll sein Leben gelassen haben. Auch nach der Zerstörung des Siechenhausen taugte diese Stelle nicht.

"Et Spook do" sagen die Leute. Die Geister der Erschlagen machen den Ort so unheimlich, dass man nachts nur mit Grausen vorübergeht. Die Furcht vor dem Ort war so groß, dass sich des nachts keiner von Nideggen nach Berg oder umgekehrt wagte. Selbst bei Unglücksfällen und plötzlichen Erkrankungen war kaum ein Mann zu finden der sich beherzt genug zeigte um nachts in Nideggen den Doktor zu holen Einst erlitt ein Mann in Berg nachts einen Schlaganfall. Seine Frau, die allein bei ihm wohnte, ging zum Nachbarn, klopfte ihn heraus und rief: "Kobes seh esu Got on loofens nach Nideggen nom Dokter, menge Drikes litt em Sterve"

"Och" säht Kobes" Dat geht doch am Seechehus vorbei da küt um des Zeck keene elans. Denge Mann kann och ohne d`r Dokter sterve und er ging vor lauter Angst nicht nach Nideggen.

Heinz Bücker
Heimat- und Geschichtsverein
Nideggen e.V.

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