Heimat- und Geschichtsverein Nideggen e.V. von 1988





Stadtrechte der Herzogstadt Nideggen


Im Jahr 2013 feiert die Stadt Nideggen "700 Jahre Stadtrechte". Dieses Ereignis soll groß gewürdigt werden, unter anderem sind in dem Jahr viele Veranstaltungen geplant. So möchte ich heute im Rückblick über die Verleihung der Stadtrechte berichten.

Im Jahre 1313 verlieh Graf Gerhard von Jülich dem Ort Nideggen die städtischen Freiheiten; Stadtrechte für alle Zeiten. Er befreite die Stadtbewohner von allen Lasten, Beden, Zöllen, Accisen und Steuern.

Darüber hinaus sicherte Graf Gerhard von Jülich, der Stadt Nideggen eigene Gerichtsbarkeit auf ewig zu. Diese Rechte wurden mehrfach schriftlich neu festgelegt, erweitert wie z. B. im Jahre 1573.

Im diesem Jahr erhielt die Stadt Nideggen das Recht, drei Jahrmärkte abzuhalten, da die Bürger zu verarmen drohten. Sie hatten freien Zugang zum Brennholz, Bauholz und zu den Viehweiden. Nideggen verlor 1794 wie viele andere rheinische Kleinstädte, mit dem Beginn der französischen Fremdherrschaft, sein Stadtrecht. Fast 500 Jahre konnte Nideggen sich Stadt nennen. Nach vielen Jahrzehnten besann man sich wieder auf das verlorene Privileg. 1926 stellte man bei der zuständigen Behörde einen Antrag auf Wiederverleihung des Titels "Stadt". In Anbetracht der alten bedeutungsvollen Geschichte Nideggens entsprach man dem Antrag. So erhielt Nideggen durch Urkunde vom 13. Februar 1926 die Stadtrechte zurück. Heute muss man sich fragen was hat die Bevölkerung, der einzelne Bürger davon, das Nideggen sich wieder Stadt nennen darf. Sind ihm nicht alle Vorrechte genommen worden?

Haben wir Bürger freien Zugang zu Brennholz? Braucht der Nideggener Bürger keine Steuern zahlen? Statt eine Feier zu begehen, sollte man nicht stattdessen eine Demonstration veranstalten und alte, für ewige Zeiten festgeschriebene Rechte einfordern? Fragen über Fragen.

Da wir Rheinländer nun mal gerne feiern und es neben vielen schönen Sachen wie ich gehört habe, auch Bier gibt, bin ich frei nach dem Motto: Da simmer dabei, dat ist prima. Schon jetzt wünsche ich gutes gelingen.

Rundblick Rureifel, 12. August 2011

Margot Klinke
Mitglied des Heimat- und Geschichtsverein
Nideggen e. V.

© Copyright