Bonner Jahrbücher Nr. 138, 1932
Jahresbericht vom 1. April 1932 bis 31. März 1933

Eintrag Wollersheim und Badewald Seite 172





Wollersheim (Kreis Düren). Eine römische Landsiedlung liegt im Wollersheimer Walde am Südosthange des Rädelsberges = tr. P. 362,5. Westlich obengenannter Siedlung sind Reste einer rechteckigen Umwallung von etwa 632 x 232 m erhalten. Sie ist auf der Nord-, Ost- und Westseite von Wall und Graben umschlossen; der Graben fehlt am Steilhange auf der Südseite. Diese Anlage ist mangels einschlägiger Funde vorläufig zeitlich nicht bestimmbar. Sie liegt im sog. Bade- oder Baduawalde, wo nach der Volksüberlieferung eine große untergegangene Stadt Badua bestanden haben soll. Lokalforscher wollen dorthin Atuatuca Eburonum verlegen und darin den festen Platz in der Mitte des Eburonenlandes ausfindig gemacht haben, wohin Caesar lt. Bellum Gallicum VI 32 bei seinem Zuge gegen Ambiorix eine Besatzung legte, die von 200 Reitern der Sugambrern, die des Plünderns wegen über den Rhein gekommen waren, angegriffen wurde, lt. Caesar a. a. O. VI 35 ff. und 43. Badewald heißt „Kampf“wald lt. Kluge in Hoops Reallexikon der germanischen Altertumskunde II. Band S. 187. Die örtlichen Feststellungen erfolgten unter freundlicher Beihilfe des Pfarrers Pohl-Lommersum und des Landwirtes Fischer - Berg vor Nideggen. (Hagen.)









Quelle: Bonner Jahrbücher des Vereins von Altertumsfreunden im Rheinlande und des Rheinischen Provinzialmuseums in Bonn, Heft 138,
Bericht über die Tätigkeit des Provinzialmuseums in Bonn in der Zeit vom 1. April 1932 bis 31. März 1933 von Museumsdirektor Professor Dr. F. Oelmann, mit Beiträgen von Direktorialassistent Dr. W. Bader, Kustos J. Hagen und Dr. E. Neuffer.
Jahresbericht des staatlichen Vertrauensmannes für kulturgeschichtliche Bodenaltertümer vom 1. April 1932 bis 31. März 1933, Eintrag Seite 172, Hagen, J., Kustos am Provinzialmuseum in Bonn.

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